Literaturfest

Ein Literaturfestival für Meißen

Einmal im Jahr, in der zweiten Juniwoche, wird Meißen zur Kulisse von Geschichte und Geschichten. Rund 150 öffentliche Veranstaltungen auf 4 Open-Air-Bühnen und bei 35 Programmpartnern laden Groß und Klein auf den historischen Plätzen, in den verträumten Gassen und Höfen sowie in romantischen Gebäuden zum Verweilen ein.

Das Besondere: Das Literaturfest Meißen ist nicht-kommerziell, der Eintritt ist zu allen Veranstaltungen. Die 250 Mitwirkenden, davon viele hochrangige Autoren, bekannte Schauspieler und Künstler, aber auch viele Vertreter aus Politik und Wirtschaft, engagieren sich ehrenamtlich. Das Fest zieht regelmäßig tausende Besucher aus ganz Deutschland an.

Seit 2009 lädt das Literaturfest jährlich in der zweiten Juniwoche nach Meißen ein. Das Literaturfest ist mit allen Lesungen eintrittsfrei und wird veranstaltet vom Meißener Kulturverein e.V. unter der Schirmherrschaft von Dr. Thomas de Maizière , unterstützt von der Stadt Meißen und dem Gewerbeverein Meißen.
Gefördert wird das Fest durch den Kulturraum Meißen – Sächsische Schweiz- Osterzgebirge. Hauptsponsoren des Festes sind die Sparkasse Meißen, die Privatbrauerei Schwerter Meißen GmbH und die Oppacher Mineralquellen GmbH & Co. KG sowie der Verkehrsverbund Oberelbe. Die Stadt Meißen, der Gewerbeverein Meißen und die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen unterstützen das Festival.

Weitere Informationen zum Literaturfest Meißen finden Sie auf  www.literaturfest-meissen.de


VORBEREITUNGEN FÜR DAS LITERATURFEST MEISSEN 2021

Wird es 2021 ein Literaturfest in Meißen geben?
Man darf es hoffen!
Der Termin steht zumindest fest:

Freitag, 11. Juni bis Sonntag, 13. Juni 2021

Seit Anfang März sitzt das Organisationsteam, bestehend aus Daniel Bahrmann, Maria Fagerlund und Walfriede Hartmann, wieder an den Vorbereitungen und gibt sich optimistisch. „Natürlich ist das Pandemiegeschehen unvorhersehbar, aber es wäre doch furchtbar traurig, wenn im Juni Open-Air-Events wie unser Literaturfest wieder erlaubt sind – und dann nicht stattfinden, weil wir vorsichtshalber nichts organisiert haben!“ sagt Daniel Bahrmann mit einem Lächeln. „Lieber bereiten wir alles vor, kurzfristig absagen kann man dann immer noch, wenn es nötig ist. Ein großes Risko bleibt bestehen.“

Wie in den vorigen Jahren soll es außer der Hauptbühne auf dem Markt auch wieder die Krimibühne am Heinrichsplatz und die Kinderbühne hinter der Frauenkirche geben. Auch der Poetry Slam vor dem Theater steht wieder im Programm. Ganz neu ist die Interkulturelle Bühne in Bahrmanns Hof in der Webergasse, ein Projekt der Diakonie Meißen mit dem Buntes Meißen – Bündnis Zivilcourage e.V. Hier werden mehrsprachige Lesungen zu erleben sein und aktuelle Themen rund um Gesellschaft, Migration und Integration ihre Bühne finden. Eröffnet wird die Interkulturelle Bühne mit Anselm Oelze und seinem Text zu den „Grenzen des Glücks“.

Auch viele der Programmpartner, die in ihren Höfen, Gaststuben, Kellern und Gärten jedes Jahr mit viel Engagement zahlreiche kleinere Veranstaltungen im Rahmen des Literaturfestes auf die Beine stellen, haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.

Statt eines großen Leitthemas werden dieses Jahr mehrere sehr unterschiedliche Autoren in den Fokus gerückt, die allerdings eines gemein haben: Sie alle sind Jahrgang 1921 und ihr 100. Geburtstag soll angemessen gewürdigt werden, am besten natürlich mit Lesungen aus ihren Werken. Zu den Jubilaren gehören neben den großen deutschen Schriftstellern Friedrich Dürrenmatt und Heinz G. Konsalik, auch der polnische Kultautor Stanisław Lem und Max Kruse, dem wir die Augsburger Puppenkiste und Urmel aus dem Eis verdanken.

Ein besonderer Programmhöhepunkt darf schon jetzt verraten werden: In der Erlebniswelt Haus Meissen liest Christine von Brühl aus ihrem Buch „Schwäne in Weiß und Gold“. Es handelt sich um die Familiengeschichte der Grafen von Brühl, für die im 18. Jahrhundert das legendäre Schwanenservice aus Meissener Porzellan angefertigt wurde, von dessen ursprünglich 2200 Teilen nur noch wenige Einzelstücke erhalten sind.

Wer Lust hat, selbst mit einer Lesung zum Programm beizutragen, ist herzlich eingeladen, auf der Webseite des Literaturfest – www.literaturfest-meissen.de das Anmeldeformular auszufüllen. Das Organisationsteam freut sich auf viele verschiedene Bewerbungen.


Das war das Literaturfest 2020

Der Kulturverein zieht ein positives Fazit trotz Corona-Bedingungen

Das 11. Literaturfest Meißen fand im Coronajahr 2020 nicht wie üblich im Juni statt, sondern etwas verschoben, erst vom 4. bis 6. September 2020. Was sich allerdings im Nachgang als Glücksfall erwies: Denn durch die längere Vorbereitungszeit konnten trotz aller Corona-Schwierigkeiten wieder 150 Lesungen auf 3 Bühnen und bei 31 Programmpartnern veranstaltet werden. 145 Autoren und Vorleser waren am Literaturfest beteiligt. Auch waren nicht weniger Besucher als in den vergangenen Jahren zu verzeichnen.

Der Meißner Kulturverein als Veranstalter lag also mit der Verschiebung des Corona-Literaturfests ganz richtig, was auch die vielen sehr begeisterten Rückmeldungen von Besuchern und Teilnehmern bestätigen. Das genehmigte Hygiene-Konzepte konnte problemlos umgesetzt werden und beeinflusste die Veranstaltung nicht wesentlich.

In den letzten Jahren hat sich das Literaturfest Meißen weit über die Stadtgrenzen hinaus zum echten Muss für Literaturfans entwickelt. Zehntausende besuchten seit 2009 Deutschlands größtes eintrittsfreies Lesefest. Neben dem diesjährigen Leitthema „Demokratie und Geschichte“ wurde auch der 300. Geburtstag von Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen thematisiert, dem die bekannten Lügengeschichten zugeschrieben werden.

Für die drei Hauptbühnen in der historischen Altstadt und zahlreiche von den Programmpartnern liebevoll ausgestaltete Orte wurde ein sorgfältig ausgewähltes Leseprogramm zusammengestellt. Autoren und prominente Vorleser aus Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur lasen gemeinsam mit Meißner Bürgern aus bekannten und unbekannten, aus aktuellen Büchern und aus Klassikern.

Das Literaturfest wurde am Freitag auf der Hauptbühne auf dem Marktplatz mit einer Lesung des Dresdner Schriftstellers Frank Goldammer aus seinem Buch „Zwei fremde Leben“ eröffnet. Auf dieser Bühne wurde auch der thematische Schwerpunkt auf 30 Jahre wiedervereinigtes Deutschland und deutsche Geschichte gesetzt. Der Heinrichsplatz wurde neben Regionalem und Krimilesungen für junge Autoren und Autorinnen reserviert sein. Am Sonnabend moderierte der Autor und Publizist Michael Bittner den Poetry-Slam am Theater. Der Theaterplatz gehört am Samstag nun schon traditionell den Poetry-Slamern. Der Lesereigen auf der Kinderbühne auf dem Platz hinter der Frauenkirche begann mit einer Lesung aus dem Kinderbuch „Zeit der Wölfe“ von Robert Habeck und Andrea Paluch durch Staatsminister Wolfram Günther. Gertrud Erbler, eine 82-jährige Autorin, hat sich aus Wien aufgemacht und hat dort am Sonnabend ihrem Buch „Das Kind der tausend Jahre“ gelesen, ihren Kindheitserinnerungen der Zeit zwischen 1938 und 1945, liest ergänzt durch schriftliche Aufzeichnungen der Mutter, gefühlvoll, traurig und heiter, wie das Leben eben so spielt. Ein wertvolles Zeitzeugnis aus erster Hand über die damaligen Lebensumstände.

Sommerlich ging bei Barbara Handke zu. Sie las am Freitag auf dem Marktplatz aus ihrer aktuellen und preisgekrönten Erzählung »Sommergäste«. In nun schon gewohnter Weise führte am Samstag der Moderator und Schriftsteller Michael Hametner durch das Programm auf dem Marktplatz. Dort las der langjährige Literaturredakteur des mdr auch selbst aus seinem Buch »Bernhard Heisig und Gudrun Brüne – ein Künstlerpaar über 50 Jahre « über die Geschichte einer großen Liebe und einer bemerkenswerten künstlerischen Partnerschaft.
Als besondere Lesung las Ingo Schulze im großen Ratssaal des Meißner Rathauses aus seinem fulminanten Roman »Die rechtschaffenen Mörder«. Auf dem Marktplatz las die Autorin, Poetry Slammerin und Moderatorin aus Leipzig Franziska Wilhelm aus ihrem Buch »Die schönsten Abgründe des Alltags«.

Neben den vertrauten Leseorten und Bühnen gab es mit dem Gelände der Klosterruine Zum Heiligen Kreuz auf der Leipziger Straße und dem Heil- und Kräutergarten auf der Wiesengasse zwei zauberhafte neue Leseorte im Freien, die Bühne für Kinder-und Jugendliteratur hatte ihren angestammten Platz hinter der Frauenkirche am Tuchmachertor. Ein seit Jahren fest etablierter Ort ist der Jahnaische Hof mit einem abwechslungsreichen und teils musikalische Programm oder die Lesungen in der Urbanskirche auf der Cöllner Seite Meißens.


Der Meißner Literaturfestpreis wurde am Sonntag zum Schluss des Literaturfests durch den Schirmherrn Thomas de Maizière vergeben. Eine Jury unter der Leitung von Dr. Kerstin Schimmel von der Evangelischen Akademie hatte ein Augenmerk besonders auf Nachwuchsautorinnen und Nachwuchsautoren gelegt. Die Preisträger sind Franziska Wilhelm für ihr Buch „Die schönsten Abgründe des Alltags“ und Barbara Handke für ihre Erzählung „Sommergäste“. Der Preis wurde bereits zum zwiten Mal vom Rotary Club Meißen gestiftet.

Das Literaturfest Meißen wurde in diesem Jahr gefördert durch den Deutschen Literaturfonds e.V. im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. So konnten weitere große Autoren für das Festival gewonnen werden und die kritische Finanzlage deutlich entspannt werden. Gerade in der für die Planung eines Festival schwierige Corona-Zeit war diese Förderung eine große Hilfe.

Was wäre Meißner Geselligkeit ohne den Meißner Wein? So organisierte der Tourismusverein die „Aktion Lesewein“ – Weingüter der Region spendieren Flaschen ihres edlen Rebensaftes, die den Lesenden als Dankeschön für die Teilnahme am Literaturfest und als Gruß der Wein-Region Meißen überreicht wurden.

Das Literaturfest ist mit allen Lesungen eintrittsfrei und wird veranstaltet vom Meißener Kulturverein e.V. unter der Schirmherrschaft von Dr. Thomas de Maizière , unterstützt von der Stadt Meißen und dem Gewerbeverein Meißen.
Hauptsponsoren des Festes sind die Sparkasse Meißen, die Privatbrauerei Schwerter Meißen GmbH und die Oppacher Mineralquellen GmbH & Co. KG., der Verkehrsverbund Oberelbe, sowie die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen. Gefördert wird das Fest durch den Kulturraum Meißen – Sächsische Schweiz- Osterzgebirge.